B1.1Episode

Im Biergarten

In the Beer Garden

Liam visits a Munich beer garden for the first time, where an elderly couple named Huber spontaneously joins his table. Despite initial hesitation, Liam enjoys learning about Bavarian customs and their friendly conversation.

In the Beer Garden
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Story

Es ist ein warmer Samstagnachmittag, und München zeigt sich von seiner besten Seite.

Die Sonne scheint, die Kastanienbäume werfen lange Schatten, und irgendwo spielt eine Blaskapelle.

Liam hat beschlossen, den Tag zu nutzen.

Ein Kollege hat ihm den Englischen Garten empfohlen – und besonders den Biergarten dort.

Du musst einfach hingehen", hat der Kollege gesagt.

Das ist München.

Liam hat sich also auf den Weg gemacht.

Er trägt ein ordentliches Hemd – man weiß ja nie – und hat sogar einen Euro für den Einkaufswagen in der Tasche.

Alte Gewohnheiten.

Er findet den Biergarten ohne Probleme, bestellt sich an der Theke eine Maß Bier und ein Stück Obatzda mit Brezn und sucht sich einen Platz an einem der langen Holztische.

Es ist viel voller als erwartet, aber er findet am Ende einer Bank noch ein freies Stück.

Er setzt sich, trinkt einen Schluck Bier und schaut sich zufrieden um.

Liam:*Well.

Liam:Das ist eigentlich ganz schön hier.*

Er hat sein Handy herausgeholt und tippt gerade eine Nachricht an Alba, als er eine Stimme hört.

Herr Huber:Grüß Gott!

Herr Huber:Dürfen wir?

Liam schaut auf.

Vor ihm stehen zwei ältere Menschen – ein freundlich aussehender Mann mit einem grauen Schnauzbart und eine Frau mit einer Strickjacke und einem Lächeln, das keinerlei Zweifel lässt.

In ihren Händen: zwei Maß Bier.

Liam:Liam schaut sich um.

Liam:Es gibt noch andere freie Plätze.

Liam:Nicht viele, aber ein paar.

Liam:*Oh.

Liam:Oh no.*

Liam:Oh – äh – ja, natürlich.

Liam:Bitte.

Das Ehepaar setzt sich, stellt die Maßkrüge auf den Tisch und nickt Liam freundlich zu.

Liam nickt zurück und schaut wieder auf sein Handy.

Vielleicht reden sie ja nicht mit ihm.

Frau Huber:Sind Sie das erste Mal hier?

Liam:*Bloody hell.* Liam legt das Handy weg.

Liam:Ja, das erste Mal.

Liam:Ich wohne erst seit ein paar Monaten in München.

Herr Huber:Ah, ein Zuag'reister!

Herr Huber:Woher kommen Sie denn?

Liam:Aus England.

Liam:Aus Manchester.

Herr Huber:Manchester!

Herr Huber:Da kenn ich mich aus.

Herr Huber:Guter Fußball." *(streckt die Hand aus)* „Huber.

Herr Huber:Und das ist meine Frau.

Frau Huber:Grüß Gott.

Frau Huber:Schmeckt Ihnen das Bier?

Liam:Ja, sehr gut.

Liam:Ich...

Liam:ich trinke normalerweise eher Tee.

Herr Huber lacht laut.

Nicht unfreundlich – eher so, als hätte Liam etwas sehr Komisches und gleichzeitig sehr Wahres gesagt.

Herr Huber:Tee!" *(lacht)* „Na, dann werden Sie hier das richtige Bier kennenlernen." *(hebt seinen Krug)* „Prost!

Liam:Prost.

Liam hebt seinen Krug – und stößt viel zu fest an.

Ein bisschen Bier schwappt über den Rand.

Frau Huber:*(lächelt)* „Beim Anstoßen schaut man sich in die Augen, wissen Sie.

Frau Huber:Sonst gibt's sieben Jahre schlechtes Bier.

Liam:Oh!

Liam:Das wusste ich nicht.

Liam:Entschuldigung.

Sie stoßen noch einmal an, diesmal richtig.

Liam schaut Frau Huber in die Augen, dann Herrn Huber.

Es fühlt sich ein bisschen seltsam an.

Dann fühlt es sich eigentlich ganz normal an.

Die nächste halbe Stunde verläuft überraschend angenehm.

Die Hubers erklären ihm, dass der Obatzda – „das spricht man Obazda aus, junger Mann" – ein bayerisches Käsegericht ist und dass man ihn am besten mit der Brezn isst.

Sie fragen ihn nach seiner Arbeit, erzählen von ihren Kindern und Enkeln und erkundigen sich, ob er schon beim Oktoberfest war.

Als Liam sagt, er findet es vielleicht ein bisschen zu touristisch, schaut Herr Huber ihn so an, als hätte er etwas leicht Anstößiges gesagt.

Herr Huber:Zu touristisch!

Herr Huber:Das sagen immer die Leute, die noch nicht dort waren.

Liam:Ich war noch nicht dort.

Herr Huber:Na also." *(nickt zufrieden)* „Dann müssen Sie noch hin.

Herr Huber:Das ist Pflicht.

Als die Hubers sich nach einer Weile verabschieden, gibt Herr Huber Liam die Hand und sagt: „Pfüati!" Liam nickt und hebt die Hand zum Abschied.

Er weiß nicht genau, was das bedeutet – aber der Ton ist eindeutig.

Er bleibt noch eine Weile sitzen, trinkt den Rest seiner Maß und schaut auf den Biergarten.

Die Blaskapelle spielt immer noch.

Die Sonne steht tiefer.

*Not bad*, denkt er.

*Wirklich nicht bad.*

Auf dem Heimweg durch den Englischen Garten ruft Liam Alba an.

Er kann das Lächeln in seiner Stimme selbst hören.

Alba:Du klingst gut gelaunt.

Alba:Was ist passiert?

Liam:Ich war im Biergarten.

Liam:Ein älteres Ehepaar hat sich einfach zu mir gesetzt.

Alba:Einfach so?

Alba:Ohne zu fragen?

Liam:Sie haben gefragt.

Liam:Aber es war klar, dass die Antwort egal ist." *(lacht)* „Zuerst war ich ein bisschen...

Liam:erschrocken.

Liam:Aber dann war es eigentlich sehr nett.

Liam:Sie haben mir erklärt, wie man richtig anstößt.

Alba:Wie stößt man denn richtig an?

Liam:Man muss sich in die Augen schauen.

Liam:Sonst gibt's sieben Jahre schlechtes Bier.

Alba:¡Ay!

Alba:Das ist ja wie in Spanien – bei uns sagt man auch, man muss sich in die Augen schauen.

Alba:Sonst sieben Jahre schlechter Sex.

Liam:...

Alba:Was?

Alba:Das sagt man so!

Liam:Das glaube ich dir.

Liam:Ich werde das trotzdem nicht bei der nächsten Betriebsfeier erzählen." *(Pause)* „Weißt du, was mich am meisten überrascht hat?

Liam:Wie...

Liam:normal es war.

Liam:Die Hubers haben sich einfach hingesetzt und mit mir geredet.

Liam:Kein großes Aufheben.

Liam:In England würde man das nie machen.

Alba:Das klingt eigentlich eher wie Spanien als wie England!

Liam:Vielleicht.

Liam:Nur mit mehr Regeln und besserem Bier.

Alba:Das klingt eigentlich ganz gut, Liam.

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