Karnevalsvorbereitung
Carnival Preparations
Alba experiences the start of Cologne's Carnival and learns about its significance and five-day duration in February. She buys a flamenco costume and learns the local greeting "Kölle Alaaf".

Story
Alba hat in den letzten Wochen viel über Köln gelernt.
Sie weiß jetzt, dass man im Supermarkt schnell einpacken muss.
Sie weiß, dass die Straßenbahn manchmal kommt und manchmal nicht.
Und sie weiß, dass man Jonas nicht nach 22 Uhr in der Küche begegnen möchte, wenn man vergessen hat, den Biomüll rauszustellen.
Aber Karneval – das ist noch einmal etwas anderes.
Es ist der 11.
November, und Köln dreht durch.
Seit dem Morgen um genau 11:11 Uhr sind die Straßen voller Menschen in Kostümen, aus jeder Kneipe dringt Musik, und Alba hat auf dem Weg zur Arbeit mindestens drei Clowns, zwei Wikinger und einen Mann im Bananenkostüm gesehen.
Ihre Kollegin Jasmin kam verkleidet als Prinzessin ins Büro und erklärte völlig selbstverständlich: „Der 11.11.
ist der Auftakt.
Der eigentliche Karneval kommt dann im Februar – Weiberfastnacht, Rosenmontag, fünf Tage lang.
Das ist der Höhepunkt.
Alba hat nickend so getan, als würde sie das alles verstehen.
Aber innerlich dachte sie: *Februar?
Das ist in drei Monaten.
Diese Menschen planen ihren Wahnsinn drei Monate im Voraus?*
Jasmin hat sie dann mit großen Augen gefragt: „Du hast noch kein Kostüm für den Rosenmontag?!" So, als hätte Alba gesagt, sie habe noch kein Dach über dem Kopf.
Nach der Arbeit macht Alba sich also auf den Weg in ein Kostümgeschäft.
Das Geschäft ist überwältigend.
Drei Stockwerke voller Kostüme, Perücken, Schminke und Accessoires.
Eine Gruppe Frauen in der Ecke hält lautstark Roben gegen sich und diskutiert ernsthaft über die Vor- und Nachteile verschiedener Clownskostüme.
*¿En serio?
Das ist kein Spaß hier.
Das ist ein Projekt.*
Eine Verkäuferin kommt auf Alba zu.
Sie trägt einen Glitzerhut, obwohl es ein normaler Dienstag ist.
Verkäuferin:Kann ich helfen?
Alba:Ja, bitte.
Alba:Ich suche ein Kostüm für...
Alba:Karneval.
Alba:Ich bin neu in Köln und ich weiß nicht genau, wie das hier funktioniert.
Verkäuferin:*(strahlt)* „Ach, dein erster Kölner Karneval!
Verkäuferin:Wunderbar.
Verkäuferin:Also – wie lange planst du zu feiern?
Alba:Wie lange?
Alba:Ich dachte, das ist ein Tag?
Verkäuferin:Die Verkäuferin schaut sie an, als hätte Alba gerade etwas sehr Naives gesagt – freundlich, aber bestimmt.
Verkäuferin:Karneval geht von Weiberfastnacht am Donnerstag bis Aschermittwoch.
Verkäuferin:Fünf Tage.
Verkäuferin:Die meisten Kölner feiern mindestens drei davon.
Alba:Fünf Tage?!
Alba:¡Dios mío...
Verkäuferin:Du brauchst also ein Kostüm, das bequem ist.
Verkäuferin:Viele Leute kaufen auch zwei – eins für Donnerstag, eins für den Rosenmontag.
Alba:Zwei Kostüme." *Vale, vale.* „Und was...
Alba:trägt man so?
Verkäuferin:Alles!
Verkäuferin:Prinzessin, Pirat, Tier, Berufskleidung – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Verkäuferin:Aber Kölner haben oft ein Thema, das sie jedes Jahr wiederholen.
Verkäuferin:Klassiker sind zum Beispiel die Funkenmariechen oder ein Clown.
Alba schaut sich um.
Dann entscheidet sie sich.
Wenn sie das schon mitmacht, dann richtig.
Alba:Ich nehme das." *(zeigt auf ein leuchtendes Flamenco-Kostüm in Rot und Schwarz)* „Wenn ich schon verkleidet bin, verkleide ich mich als das, was ich bin.
Verkäuferin:*(lacht)* „Das ist der Karneval-Geist!
Verkäuferin:Aber sag mal – weißt du schon, wie das geht mit dem Anstoßen auf Kölsch?
Alba:Ich kenne Prost.
Verkäuferin:In Köln sagt man *Kölle Alaaf*.
Alba:Kölle...
Alba:Alaaf?
Verkäuferin:Genau.
Verkäuferin:Es bedeutet so viel wie: Köln über alles.
Verkäuferin:Das rufst du, wenn du anstößt, wenn die Musik anfängt, wenn dir jemand Kamelle zuwirft – eigentlich immer.
Alba:*(übt leise)* „Kölle Alaaf.
Verkäuferin:Fast!
Verkäuferin:Das zweite *a* ist lang – *Aalaaf*.
Alba:Kölle Alaaf!" *(lauter, diesmal mit Überzeugung)*
Zwei Kunden in der Nähe drehen sich um und rufen reflexartig zurück: „Alaaf!
Alba lacht.
*Das ist verrückt.
Das ist wunderbar.
Das ist Köln.*
An der Kasse schaut sie auf den Preis des Kostüms.
Achtundvierzig Euro.
Sie schluckt kurz – aber dann denkt sie an fünf Tage Karneval und nickt.
Es gibt Dinge, für die muss man einfach bezahlen.
Abends, das Kostüm noch in der Tüte neben ihr auf dem Bett, ruft Alba Liam an.
Liam:Wie war dein Tag?
Alba:Ich habe heute achtundvierzig Euro für fünf Tage Chaos ausgegeben.
Alba:Und ich bin glücklich darüber.
Liam:...Karneval?
Alba:Karneval!
Alba:Liam, das ist kein Fest – das ist eine Lebenseinstellung.
Alba:Der Auftakt war heute, der 11.11.
Alba:Aber der eigentliche Höhepunkt ist erst im Februar – fünf Tage, die ganze Stadt im Kostüm.
Alba:Stell dir vor, in München würde fünf Tage lang jeder ein Kostüm tragen.
Liam:In München gibt es das Oktoberfest.
Liam:Da tragen auch alle ein Kostüm.
Alba:Lederhosen sind kein Kostüm, das ist Kultur.
Liam:Das ist genau das, was die Hubers auch gesagt haben." *(lacht)* „Und was bist du?
Liam:Als Kostüm, meine ich.
Alba:Flamencotänzerin.
Alba:Rot und Schwarz.
Alba:Sehr dramatisch.
Liam:Das klingt nach dir.
Alba:Danke.
Alba:Und ich habe heute etwas Wichtiges gelernt: Man sagt *Kölle Alaaf* – nicht Prost.
Alba:Das ist der Karneval-Gruß.
Liam:Kölle Alaaf.
Liam:Was bedeutet das?
Alba:Köln über alles.
Alba:Und wenn du es rufst, rufen alle zurück.
Alba:Ich habe es im Kostümladen ausprobiert – es hat funktioniert.
Liam:Du hast es einfach...
Liam:in einem Laden gerufen?
Alba:¡Claro!
Alba:So lernt man Deutsch, Liam.
Alba:Nicht aus dem Lehrbuch.
Liam:Oder man landet beim Standesamt.
Alba:Exactly.
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