B1.1Aflevering

Heimweh

Heimwee

Op een grauwe winteravond in Keulen wordt Alba overspoeld door heimwee naar Sevilla, terwijl er eigenlijk niets ergs is gebeurd. Een gesprek met Liam helpt haar inzien dat dat gevoel van ertussenin zijn met de tijd draaglijker wordt en dat kleine verbindingen met thuis troost kunnen bieden.

Heimwee
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Verhaal

Es ist ein Dienstagabend Mitte Januar, und Köln ist grau.

Nicht das romantische Grau eines Herbsttages, sondern das schwere, nasse Grau des deutschen Winters.

Der Regen klopft gegen Albas Fenster, die Heizung macht ein leises Klackern, und draußen auf der Straße geht kaum jemand.

Alba sitzt auf ihrem Bett und schaut auf ihr Handy.

Auf dem Bildschirm: ein Foto ihrer Mutter, ihrer Schwester und von ihr, aufgenommen letzten Sommer in Sevilla.

Die Sonne scheint, alle lachen, jemand hält ein Glas Wein in die Kamera.

Sie schaut lange auf das Foto.

Dann legt sie das Handy weg.

Es war kein schlechter Tag gewesen – eigentlich war gar nichts passiert.

Kein Fehler bei der Arbeit, kein Streit mit Jonas, keine verpasste Straßenbahn.

Manchmal ist das Heimweh gerade dann am schlimmsten, wenn kein konkreter Grund dafür da ist.

*¿Por qué estoy aquí?* Warum bin ich hier?

Sie greift wieder nach dem Handy und ruft Liam an.

Liam:Alba! Alles gut?

Alba:„Ja. Nein. Ich weiß nicht.

Alba:Ich habe heute Abend ein Foto von meiner Familie angeschaut und dann... ¡Ay.

Alba:Es ist dumm.

Liam:Es ist nicht dumm.

Liam:Was ist passiert?

Alba:Nichts ist passiert.

Alba:Das ist ja das Problem.

Alba:Es ist einfach ein grauer Dienstag in Köln, und ich denke an Sevilla, und ich denke: Warum bin ich eigentlich hier?

Liam:Das kenne ich.

Alba:Wirklich?

Liam:Ja. Letzten November hatte ich so einen Tag.

Liam:Ich saß in meiner Küche, es war dunkel um vier Uhr nachmittags, und ich dachte: In Manchester wäre jetzt... na ja, es wäre auch dunkel.

Liam:Aber wenigstens vertrautes Dunkel.

Alba:„Vertrautes Dunkel.

Alba:Das ist eine sehr britische Art, Heimweh zu beschreiben.

Liam:Ich tue mein Bestes.

Liam:Was vermisst du am meisten?

Alba:Das Wetter, natürlich.

Alba:Die Tapas um Mitternacht.

Alba:Das Lachen auf der Straße – in Sevilla ist die Straße abends voller als hier am Mittag.

Alba:Und meine Mutter.

Alba:Sie kocht immer zu viel und redet noch mehr, und ich habe das nie zu schätzen gewusst, bis ich hier war.

Liam:Wann warst du das letzte Mal zu Hause?

Alba:Im August, vor dem Umzug.

Alba:Das sind fast sechs Monate.

Alba:¡Dios mío, sechs Monate.

Liam:Fährst du zu Ostern?

Alba:Ich glaube schon.

Alba:Ich muss mal schauen, was die Zugverbindungen kosten – oder vielleicht ein Flug.

Alba:Und du?

Alba:Wann warst du das letzte Mal in Manchester?

Liam:Weihnachten. Meine Mum hat gekocht, mein Bruder hat über Fußball geredet, alles war wie immer – und gleichzeitig irgendwie... anders.

Liam:Als wäre ich kurz zu Besuch, aber nicht mehr wirklich von dort.

Alba:Ja. Genau das. Man gehört nicht mehr ganz dorthin, aber hier auch noch nicht ganz dazu.

Alba:Man ist so... dazwischen.

Liam:Dazwischen. Das ist das richtige Wort.

Sie schweigen kurz.

Der Regen klopft weiter gegen Albas Fenster.

Alba:Liam, darf ich dich etwas fragen?

Liam:Natürlich.

Alba:Glaubst du, das wird besser?

Alba:Dieses Gefühl?

Liam:„Ich glaube, es wird anders.

Liam:Nicht immer leichter – aber man lernt, damit umzugehen.

Liam:Und manchmal, an einem guten Tag, merkt man plötzlich: Köln fühlt sich ein bisschen wie zu Hause an.

Liam:Oder München. Nicht wie Sevilla oder Manchester – aber trotzdem wie zu Hause.

Alba:Ein bisschen wie zu Hause.

Alba:Das reicht vielleicht.

Sie reden noch eine Weile – über nichts Besonderes, über den Alltag, über Priya, die eine neue Stelle gefunden hat, über Liams neue Wohnung, die er nächste Woche besichtigt.

Kleine Dinge. Aber gerade diese kleinen Dinge helfen.

Als Alba schließlich auflegt, ist es fast elf Uhr.

Sie schaut noch einmal auf das Foto ihrer Familie.

Dann öffnet sie eine neue Nachricht und schreibt ihrer Mutter: *„Hola Mamá.

Ich denke an dich.

Wie geht es euch?"*

Dreißig Sekunden später klingelt das Telefon.

Alba:Alba lacht. * Natürlich.*

Sie nimmt ab.

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