Rosenmontag: Kölle Alaaf!
Rozenmaandag: Keulen Alaaf!
Op Rosenmontag maakt Liam voor het eerst het carnaval in Keulen mee, samen met Alba, Jasmin en Mona in de kleurrijke chaos. Eerst nog sceptisch, begrijpt hij uiteindelijk waarom Alba in Keulen is gebleven en belooft hij snel terug te komen.

Verhaal
Es ist Rosenmontag, und Köln existiert nicht mehr.
Das heißt: Die Stadt existiert noch – die Häuser stehen, der Rhein fließt, der Dom ragt in den grauen Märzhimmel.
Aber das normale Köln, das Köln der Büros und Straßenbahnen und Hausordnungen, hat sich seit Donnerstag vollständig aufgelöst.
An seiner Stelle: ein anderes Köln.
Lauter, bunter, vollständig außer Rand und Band.
Alba steht in ihrem Flamencokostüm – Rot und Schwarz, die Haare hochgesteckt – auf dem Gehsteig der Severinstraße und wartet auf den Rosenmontagszug.
Neben ihr steht Jasmin als Biene, Mona als Wikingerin und, etwas deplatziert wirkend in einer Jeans und einem improvisierten Prinzessinnen-Pappkrönchen auf dem Kopf, Liam.
Er ist gestern Abend angekommen.
Züge, Verspätung, geschlossenes Bordbistro – alles beim Alten.
Aber er ist da.
Alba:(schaut sein Krönchen an) Das ist dein Kostüm?
Liam:Ich hatte zwölf Stunden Vorbereitungszeit.
Liam:Das Krönchen war das Beste, was der Kiosk am Münchner Hauptbahnhof anzubieten hatte.
Jasmin:(nickt sachlich) Es ist zumindest ein Versuch.
Mona:In Köln zählt der Wille.
Liam:Das ist sehr großzügig.
Sie warten zwanzig Minuten.
Die Stimmung auf der Straße steigt mit jeder Minute – Musik aus den Kneipen, Konfetti in der Luft, Kinder, die auf Schultern sitzen.
Dann, von irgendwo weit weg, hört man die Blaskapellen.
Alba:Er kommt.
Und dann kommt er.
Der Rosenmontagszug ist, wie vieles in Köln, größer als erwartet.
Wagen für Wagen – politische Karikaturen, Tanzgruppen in Funkenmariechen-Uniformen, Pferde, Bands, mehr Konfetti als Alba je auf einmal gesehen hat.
Und überall, von allen Wagen gleichzeitig: Kamelle.
Bonbons, Schokolade, kleine Tüten, Plüschtiere – alles fliegt in die Menge.
Alba hat sofort den Instinkt.
Sie streckt die Arme aus, fängt, jubelt, fängt wieder.
Neben ihr macht Mona dasselbe mit der professionellen Effizienz einer Frau, die das seit der Kindheit übt.
Jasmin hat eine Plastiktüte dabei – für die Beute, wie sie es nennt.
Liam steht zunächst etwas unschlüssig da.
Ein Bonbon trifft ihn an der Schulter.
Liam:Oh.
Alba:(lacht) Fang!
Alba:Hände hoch!
Er versucht es.
Er ist nicht besonders gut darin – die Reflexe fehlen, die Routine fehlt, und einmal greift er nach einem Schokoladenriegel und trifft stattdessen Monas Arm.
Mona:Das war meins.
Liam:Sorry.
Mona:Hier. (wirft ihm ein Bonbon zu) Üben.
Nach einer Weile findet auch Liam seinen Rhythmus.
Nicht Monas Rhythmus – aber seinen eigenen, etwas vorsichtigeren.
Als ein Wagen mit einer Brassband vorbeizieht und die Musiker direkt in die Menge spielen, hebt Liam unwillkürlich den Kopf und lächelt.
Nicht das höfliche Liam-Lächeln, das er für unerwartete Situationen bereithält.
Ein echtes.
Alba sieht es.
Sie sagt nichts.
Aber sie sieht es.
Zwischendurch ruft die Menge immer wieder – ein Wort, ein Ruf, ein Reflex:
Menge:Kölle Alaaf!
Und zurück von den Wagen: „Alaaf!
Beim dritten oder vierten Mal dreht sich Alba zu Liam um.
Alba:Na?
Liam zögert eine Sekunde.
Dann, nicht laut, aber deutlich:
Liam:Kölle Alaaf.
Zwei ältere Frauen neben ihm drehen sich um und rufen zurück: „Alaaf!“ Eine von ihnen klopft ihm anerkennend auf die Schulter.
Liam:(zu Alba, leise) Das funktioniert wirklich immer.
Alba:Ich hab's dir doch gesagt.
Nach dem Zug – Jasmin hat ihre Tüte fast voll, Mona hat strategisch die besten Schokoladen aussortiert, Alba hat Konfetti im Haar, das sie den ganzen Tag nicht mehr ganz loswird – setzen sie sich in eine Kneipe in der Nähe.
Es ist fast unmöglich, einen Tisch zu bekommen, aber Jasmin kennt den Wirt, und so findet sich doch eine Ecke.
Liam sitzt mit einem Kölsch in der Hand und schaut sich um.
Die Kneipe ist voll, laut, warm.
Menschen in den absurdesten Kostümen – ein Dinosaurier, ein Brötchen, drei Ampelmännchen – stoßen an, lachen, singen.
Thomas:(per Nachricht auf Liams Handy) „Bist du wirklich in Köln?!
Liam:(tippt zurück) „Ja.
Liam:Es ist sehr laut hier.
Thomas:Und?
Thomas:Wie ist Karneval?
Liam überlegt kurz.
Dann schreibt er: „Ich habe heute Kölle Alaaf gerufen.
Zwei Fremde haben zurückgerufen.
Das reicht als Antwort.
Drei Sekunden später: ein Daumen-hoch-Emoji von Thomas.
Am Abend, nach dem Zug, nach der Kneipe, nach einem improvisierten Abendessen aus Kamelle und einem halben Döner, sitzen Alba und Liam auf einer Bank am Rhein.
Mona und Jasmin sind weitergezogen – der Karneval endet nicht um neun, zumindest nicht für alle.
Aber Liam ist müde auf eine gute Art, und Alba ist es auch.
Der Fluss ist dunkel, die Lichter der Stadt spiegeln sich auf dem Wasser.
Irgendwo in der Ferne hört man noch Musik.
Liam:Darf ich etwas sagen?
Alba:Natürlich.
Liam:Als du mir im November vom Karneval erzählt hast – von den fünf Tagen, dem Kostüm, dem ganzen...
Liam:Chaos – da dachte ich ehrlich gesagt: Das ist nichts für mich.
Alba:Das weiß ich.
Liam:Und heute... (Pause) Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll.
Liam:Es ist nicht wie das Oktoberfest, wo man sitzt und trinkt und zuschaut.
Liam:Hier ist man mittendrin.
Liam:Die ganze Stadt macht dasselbe gleichzeitig.
Liam:Das ist... (sucht das Wort)
Alba:Gemeinschaft?
Liam:(überlegt) Ja.
Liam:Aber noch mehr.
Liam:In München hat man das Gefühl, dass jeder seinen Teil der Stadt hat und dort bleibt.
Liam:Hier... hier gehört die Straße allen.
Alba:Das ist Köln.
Liam:Ja. (Pause) Ich verstehe jetzt, warum du hier geblieben bist.
Alba:Du hast das schon einmal gesagt.
Alba:Das erste Mal, als du den Dom gesehen hast.
Liam:Damals dachte ich, es liegt am Dom.
Alba:Und jetzt?
Liam:Jetzt glaube ich, es liegt an den Menschen.
Alba schaut auf den Fluss.
Eine Weile sagen sie nichts – das ist inzwischen nicht mehr seltsam, sondern einfach so, wie es zwischen ihnen ist.
Alba:Liam, wann kommst du das nächste Mal?
Liam:Ich bin gerade erst angekommen.
Alba:Das beantwortet die Frage nicht.
Liam:(lacht leise) Bald.
Liam:Versprochen. (Pause) Aber jetzt bist du dran.
Liam:Du kommst im Frühling nach München.
Liam:Das ist eine Pflicht.
Alba:Das weiß ich. Ich habe es nicht vergessen.
Liam:Gut.
Sie sitzen noch eine Weile.
Der Karneval rauscht irgendwo im Hintergrund weiter – Köln feiert, bis der letzte Konfettirest von der Straße gefegt ist.
Aber hier an der Bank ist es ruhig, und der Rhein fließt so gleichmäßig wie immer, egal ob Karneval oder nicht.
Basst scho, denkt Liam.
Und diesmal meint er es wirklich so.
Begripsquiz
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