Der B1-Kurs beginnt
B1 कोर्स शुरू होता है
अल्बा कोलोन की VHS में अपना B1 कोर्स शुरू करती है और अलग-अलग पृष्ठभूमि वाले छात्रों से मिलती है, जो अपनी-अपनी भाषा संबंधी मुश्किलों से जूझ रहे हैं। कोंजुंक्टिव II पढ़ते हुए उसे समझ आता है कि कोई भी परफेक्ट नहीं है—और यही साझा अपूर्णता उन्हें जोड़ती है।

कहानी
Alba hat sich im Januar an der VHS angemeldet.
Der Kurs beginnt im Februar, hat die Sachbearbeiterin gesagt – dienstags und donnerstags, von achtzehn bis zwanzig Uhr, zwölf Wochen lang.
Dann hat der Februar begonnen.
Und der Karneval.
Und der Rosenmontag.
Und die VHS hat eine E-Mail geschickt: Kursstart verschoben auf Ende März, der Kursraum wird renoviert.
Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.
Alba hat die E-Mail dreimal gelesen und dann gedacht: Natürlich.
Sogar die VHS hat Verspätung.
Das ist Deutschland.
Aber jetzt ist Ende März, die Renovierung ist abgeschlossen – wenn auch nur knapp, wie man an der noch leicht nach Farbe riechenden Wand im Flur erkennen kann –, und Alba sitzt in Raum 214 und wartet darauf, dass der Kurs beginnt.
Um sie herum: acht weitere Menschen.
Alle auf Stühlen, die zu Tischen zusammengeschoben wurden, alle mit Stiften und Notizbüchern, alle mit dem Gesichtsausdruck von jemandem, der sich nicht sicher ist, ob sein Deutsch gut genug ist.
Das kenne ich, denkt Alba.
Das kennen wir alle hier.
Die Kursleiterin kommt mit fünf Minuten Verspätung – was in Deutschland ungewöhnlich ist, aber sie entschuldigt sich sofort und ausführlich, und das scheint die Situation zu normalisieren.
Kursleiterin:Guten Abend, alle zusammen!
Kursleiterin:Mein Name ist Frau Henkel, ich leite diesen Kurs.
Kursleiterin:Herzlich willkommen beim B1-Kurs der Volkshochschule Köln.
Kursleiterin:(schaut in die Runde) Wir fangen mit einer kleinen Vorstellungsrunde an.
Kursleiterin:Bitte sagen Sie Ihren Namen, woher Sie kommen, wie lange Sie schon in Deutschland sind – und was Sie sich für diesen Kurs wünschen.
Kursleiterin:Wer möchte anfangen?
Kurze Stille. Dann meldet sich eine Frau Mitte sechzig, die Alba schon beim Reinkommen aufgefallen ist – silbernes Haar, ordentliche Haltung, eine Handtasche, die aussieht, als hätte sie schon viele Jahrzehnte überlebt.
Danuta:Ich heiße Danuta.
Danuta:Ich komme aus Polen, aus Wrocław.
Danuta:Ich wohne seit dreizehn Jahren in Deutschland – zuerst in Dortmund, jetzt in Köln.
Danuta:(kurze Pause) Ich spreche schon gut Deutsch.
Danuta:Aber der Konjunktiv...
Danuta:(schüttelt den Kopf mit der Miene einer Frau, die dem Konjunktiv ins Auge geschaut und ihn nicht besiegt hat) ...der Konjunktiv und ich, wir sind noch keine Freunde.
Leises Lachen im Raum.
Die Anspannung löst sich ein bisschen.
Als Nächster spricht ein Mann Anfang dreißig, der während Danutas Einleitung still gelächelt hat.
Tuan:Mein Name ist Tuan.
Tuan:Ich komme aus Vietnam, aus Hà Nội.
Tuan:Ich bin seit zwei Jahren hier und arbeite als Koch – seit einem Monat in einem deutschen Restaurant.
Tuan:(überlegt einen Moment) Mein Deutsch reicht für die Küche.
Tuan:Aber wenn der Chef schnell spricht...
Tuan:ich verstehe manchmal nur die Hälfte.
Tuan:Das möchte ich ändern.
Frau henkel:Das ist ein sehr konkretes Ziel – sehr gut.
Dann ein Mann Mitte vierzig, Hemd, ruhiger Blick.
Kemal:Ich heiße Kemal.
Kemal:Ich bin aus der Türkei, aus İzmir.
Kemal:Ich bin Ingenieur und seit vier Jahren in Deutschland.
Kemal:Mein Deutsch ist...
Kemal:(wägt die Hände ab) ...technisch gut.
Kemal:Für Berichte und E-Mails.
Kemal:Aber in Gesprächen – wenn es um Gefühle geht, um Nuancen – da fehlen mir die Wörter.
Alba nickt, ohne es zu merken.
Als sie an der Reihe ist, sagt sie:
Alba:Ich heiße Alba, ich komme aus Spanien, aus Sevilla.
Alba:Ich bin seit anderthalb Jahren in Köln und arbeite als Grafikdesignerin.
Alba:(Pause) Mein Deutsch ist...
Alba:meistens gut. Aber die Artikel bringen mich noch immer manchmal zum Verzweifeln.
Alba:Und ich würde gerne...
Alba:flüssiger sprechen.
Alba:Ohne jedes Mal im Kopf nachzurechnen.
Frau henkel:Sehr schön. Das ist ein Wunsch, den viele hier teilen.
Nach der Vorstellungsrunde – es gibt noch fünf weitere Teilnehmer, darunter eine junge Frau aus Eritrea namens Tigist und ein älterer Herr aus Griechenland, der sagt, er lerne Deutsch „für die Enkel, damit sie wissen, wie man wirklich spricht“ – beginnt Frau Henkel mit dem ersten Thema: dem Konjunktiv II.
Frau henkel:Der Konjunktiv II ist der Modus der Möglichkeit.
Frau henkel:Man benutzt ihn, wenn etwas nicht real ist – sondern hypothetisch, höflich oder wünschenswert.
Frau henkel:(schreibt an die Tafel) Zum Beispiel: Ich würde gerne reisen.
Frau henkel:Oder: Könnten Sie mir helfen?
Frau henkel:Oder: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich öfter wandern.
Danuta schreibt eifrig mit.
Frau henkel:Frau Danuta – können Sie mir einen Satz mit Konjunktiv II bilden?
Frau henkel:Was würden Sie tun, wenn Sie heute keinen Kurs hätten?
Danuta überlegt kurz.
Danuta:Wenn ich heute keinen Kurs hätte...
Danuta:(Pause) ...würde ich zu Hause sitzen und fernsehen.
Danuta:Aber das wäre eine Verschwendung.
Frau henkel:Perfekt. Herr Tuan?
Tuan:Wenn ich heute keinen Kurs hätte...
Tuan:ich würde arbeiten.
Tuan:Ich arbeite fast immer.
Tuan:(lacht kurz) Das sollte ich vielleicht ändern.
Jetzt Alba.
Frau henkel:Frau Alba?
Alba:(überlegt) Wenn ich heute keinen Kurs hätte, würde ich...
Alba:wahrscheinlich auch hier sitzen.
Alba:Weil ich das selbst so gewollt habe.
Kurzes, echtes Lachen im Raum.
Frau henkel:Sehr schön – und sehr ehrlich.
In der Pause stehen Alba, Danuta, Tuan und Kemal zusammen im Flur neben dem Kaffeeautomaten, der einen Kaffee ausspuckt, der nach warmem Wasser mit Erinnerung an Kaffeebohnen schmeckt.
Danuta:(schaut in den Becher) In Polen hätten wir diesen Kaffee nicht Kaffee genannt.
Tuan:In Vietnam auch nicht.
Kemal:In der Türkei schon gar nicht.
Alba:In Spanien... nein.
Alba:(trinkt trotzdem einen Schluck) Aber er ist warm.
Danuta:Das ist das Wichtigste.
Sie stehen eine Weile so – vier Menschen aus vier Ländern, mit vier Muttersprachen, einem mittelmäßigen Kaffee und einem gemeinsamen Deutsch, das für alle eine Fremdsprache ist.
Kemal fragt Alba, wie lange sie schon in Köln ist.
Tuan erzählt, dass er seinen Chef noch nie hat lachen sehen.
Danuta sagt, ihr Mann spreche nach dreizehn Jahren immer noch kein Deutsch – „er sagt, er braucht es nicht, aber er versteht auch keine Witze, und das ist ein Problem“.
Alba:Mein Freund – nein, kein Freund, ich meine mein Bekannter, er ist auch kein Deutscher—
Danuta:Freund ist in Ordnung.
Danuta:Was ist mit ihm?
Alba:Er wohnt in München.
Alba:Er ist Engländer.
Alba:Und er ist genauso verloren wie wir alle – aber er macht das sehr höflich.
Kemal:(lacht) Das ist eine gute Kombination.
Auf dem Heimweg, die Abendluft kühl und frisch, ruft Alba Liam an.
Liam:Wie war der erste Kursabend?
Alba:Gut. Sehr gut. (Pause) Wir haben sofort den Konjunktiv II gemacht.
Liam:Direkt am ersten Abend?
Alba:Frau Henkel verliert keine Zeit.
Alba:(lacht) Aber Liam – die anderen Menschen im Kurs.
Alba:Das war das Beste.
Alba:Eine Polin, die seit dreizehn Jahren in Deutschland ist und immer noch kämpft.
Alba:Ein Vietnamese, der als Koch arbeitet und den Chef nicht versteht, wenn er schnell redet.
Alba:Ein türkischer Ingenieur, dem die Wörter für Gefühle fehlen.
Liam:Das klingt wie eine sehr ehrliche Gruppe.
Alba:Das ist das Wort.
Alba:Ehrlich. Alle wissen, dass ihr Deutsch nicht perfekt ist.
Alba:Niemand tut so, als ob.
Alba:Man macht einfach weiter.
Alba:(Pause) Danuta – die Polin – hat gesagt, der Konjunktiv und sie seien noch keine Freunde.
Alba:Nach dreizehn Jahren.
Liam:Das ist entweder entmutigend oder beruhigend.
Alba:Ich habe mich beruhigt gefühlt.
Alba:Ich dachte immer, irgendwann werde ich fertig – irgendwann spreche ich einfach Deutsch, ohne nachzudenken.
Alba:Aber vielleicht gibt es dieses Irgendwann nicht.
Alba:Vielleicht lernt man einfach immer weiter.
Liam:Das klingt nach einer sehr deutschen Lebenseinstellung.
Alba:¡Ay! Vielleicht bin ich schon mehr Deutsche, als ich denke.
Alba:(Pause) Liam, wie würdest du den Konjunktiv II erklären?
Alba:In einem Satz.
Liam:(überlegt) Es ist der Modus für Dinge, die nicht wirklich sind – aber sein könnten.
Liam:Oder sein sollten.
Alba:Das ist eine gute Erklärung.
Liam:Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich öfter solche Erklärungen üben.
Alba:Das war Konjunktiv II.
Liam:Das war Konjunktiv II.
Alba:(lacht) Frau Henkel wäre stolz.
Alba:Gute Nacht, Liam.
Liam:Gute Nacht, Alba.
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