B1.1剧集

Neue Freunde

新朋友

阿尔巴第一次把三个人请到自己的房间里,并顶住了乔纳斯关于宿舍规矩的提醒。这个夜晚变成了一场温暖而意外敞开的聚会,让她意识到在科隆结识新朋友既美好又复杂。

新朋友
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故事

Es ist Mitte Februar, und Alba hat eine Idee.

Nicht irgendeine Idee – eine Idee, die sie in Sevilla nie zweimal hätte überdenken müssen.

Dort hätte sie einfach eine Nachricht geschickt: *„Heute Abend bei mir, bring was zum Trinken.“*

Zehn Minuten später wäre die Wohnung voll gewesen.

Keine Planung, kein Protokoll, keine Diskussion.

Aber sie ist nicht in Sevilla.

Sie ist in Köln, in einer WG mit Jonas, und Jonas hat eine Hausordnung.

Die Idee ist folgende: Alba möchte zum ersten Mal Leute zu sich einladen.

Richtig einladen – nicht nur kurz vorbeikommen, sondern einen Abend.

Mona vom Volleyballverein.

Jasmin von der Arbeit.

Und – das ist der neue Teil – ihre Nachbarin Yara aus dem zweiten Stock, mit der sie sich seit ein paar Wochen immer kurz im Treppenhaus unterhält.

Drei Leute. Freitagabend.

Albas Zimmer.

Das Problem ist nur, dass Alba zuerst mit Jonas reden muss.

Sie findet Jonas am Donnerstagabend in der Küche, wo er – wie jeden Donnerstag – sein Meal-Prep für die nächste Woche vorbereitet.

Sechs identische Tupperboxen stehen aufgereiht auf der Arbeitsfläche.

Alba:Jonas, darf ich dich kurz etwas fragen?

Jonas:„Natürlich.

Alba:Ich würde morgen Abend gerne ein paar Freunde einladen.

Alba:Drei Leute. Wir wären in meinem Zimmer – ich verspreche, wir sind vor zehn Uhr fertig.

Jonas hört auf zu rühren.

Er dreht sich um und schaut Alba an – nicht unfreundlich, aber mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, der gleich die Hausordnung im Kopf aufschlägt.

Jonas:Die Hausordnung sagt, Gäste müssen bis zweiundzwanzig Uhr die Gemeinschaftsflächen verlassen haben.

Alba:Ich weiß. Wir bleiben in meinem Zimmer.

Jonas:Und Lärm nach zweiundzwanzig Uhr—

Alba:Jonas. Ich habe fast ein Jahr hier gewohnt.

Alba:Ich kenne die Hausordnung.

Alba:Ich frage dich, weil ich höflich bin – nicht weil ich deine Erlaubnis brauche.

Eine kurze Stille.

Jonas schaut sie an.

Dann – ganz leise – nickt er.

Jonas:Das stimmt. Entschuldigung.

Jonas:Ich bin sowieso morgen im Supermarkt.

Jonas:Soll ich etwas mitbringen?

Alba:Alba blinzelt. Das hat sie nicht erwartet.

Alba:Das wäre... sehr nett.

Alba:Danke, Jonas. Chips.

Alba:Und vielleicht Wein.

Jonas:Rot oder weiß?

Alba:Rot.

Jonas:„Ich bringe einen Primitivo.

Jonas:Der passt gut zu Chips.

Alba geht zurück in ihr Zimmer und schaut an die Decke. *

Jonas kennt Wein.*

Man lernt seine Mitbewohner nie aus.

Am Freitagabend klingelt es um halb acht zum ersten Mal.

Mona ist pünktlich – was Alba überrascht, denn beim Volleyballtraining kommt Mona immer als Letzte.

Sie hält eine Flasche Sekt in der Hand.

Mona:Ich dachte, ein bisschen Prickeln schadet nicht.

Kurz darauf kommt Jasmin, die noch ihre Arbeitstasche umhängen hat und aussieht, als käme sie direkt aus einem Meeting.

Jasmin:Sorry, U-Bahn-Chaos.

Jasmin:Und – oh! Bist du die Mona vom Volleyball?

Jasmin:Alba redet ständig von dir.

Mona:Nur Gutes, hoffe ich.

Alba:Meistens.

Als Yara klingelt, ist sie die Einzige, die Alba mit einem Mitbringsel überrascht – einer kleinen Dose selbstgemachter Baklava.

Yara:Ich wusste nicht, ob ich etwas mitbringen soll.

Yara:Ich habe einfach... Baklava gemacht.

Alba:Du hast Baklava gemacht?

Yara:„Meine Mutter sagt, man geht nie mit leeren Händen.

Mona:„Ist das selbstgemacht?

Mona:Ich liebe dich bereits.

Yara lacht. Sie ist Mitte zwanzig, in Köln aufgewachsen, ihre Eltern kommen aus dem Libanon – und sie wohnt schon drei Jahre im Haus, ohne dass irgendjemand sie je zum Abendessen eingeladen hat.

Das erwähnt sie beiläufig, fast ohne Bitterkeit, als sie alle vier auf dem Boden von Albas Zimmer sitzen, die Chipstüten offen und Jonas' Primitivo bereits halb leer.

Yara:Ich dachte immer, das ist hier so.

Yara:Man grüßt sich, man hält die Tür auf – aber eingeladen wird man nicht.

Alba:Das kenne ich. Am Anfang dachte ich, ich mache etwas falsch.

Jasmin:Macht ihr nicht falsch.

Jasmin:Das ist einfach manchmal so hier.

Jasmin:Aber es ändert sich.

Jasmin:Man muss nur den ersten Schritt machen.

Mona:Oder man tritt einem Volleyballverein bei.

Alba:„Das ist tatsächlich ein guter Tipp.

Das Gespräch springt – von Köln nach Beirut, von Sevilla nach dem Ruhrgebiet, wo Mona aufgewachsen ist.

Irgendwann erklärt Yara auf Arabisch ein Sprichwort und übersetzt es dann ins Deutsche, und Alba versucht, ein paar Wörter nachzusprechen, und scheitert so gründlich, dass alle lachen.

Yara:Du hast gerade etwas sehr Unhöfliches gesagt.

Alba:¡Ay! Was denn?

Yara:Ich erkläre es dir ein anderes Mal.

Um Viertel nach neun klopft es leise an Albas Tür.

Jonas steckt den Kopf herein.

Jonas:Ich wollte nur sagen – der Primitivo war doch etwas zu tanninreich für Chips.

Jonas:Beim nächsten Mal vielleicht ein Garnacha.

Kurze Stille. Dann brechen alle vier in Lachen aus.

Jonas schaut leicht irritiert, aber nicht unzufrieden, und zieht die Tür wieder zu.

Mona:„Wer ist das?

Alba:Mein Mitbewohner.

Mona:Der ist... interessant.

Yara:Er hat recht mit dem Garnacha, eigentlich.

Nachdem alle gegangen sind – pünktlich um zehn, die Hausordnung ist die Hausordnung –, räumt Alba die Gläser weg und setzt sich ans Fenster.

Draußen ist es kalt und still.

Sie ruft Liam an.

Liam:Wie war der Abend?

Alba:Gut. Sehr gut, eigentlich.

Alba:Ich habe heute Abend drei Menschen in meinem Zimmer gehabt, die alle aus verschiedenen Ecken kommen und alle auf Deutsch miteinander geredet haben.

Alba:Das ist irgendwie... seltsam schön.

Liam:Seltsam schön?

Alba:Na ja – in Sevilla sind meine Freunde einfach meine Freunde.

Alba:Wir kennen uns seit der Schule, wir haben dieselben Witze, wir müssen nichts erklären.

Alba:Hier ist alles neu.

Alba:Jeder hat eine andere Geschichte.

Alba:Man muss mehr reden, mehr fragen.

Alba:Es ist anstrengender.

Alba:Aber es ist auch reicher, irgendwie.

Liam:Ich weiß, was du meinst.

Liam:Thomas und ich – wir kommen aus völlig verschiedenen Welten.

Liam:Aber gerade deshalb lerne ich von ihm.

Alba:Genau. Und dann war da noch Jonas.

Liam:Was hat er gemacht?

Alba:Er hat uns Wein gekauft.

Alba:Und am Ende an die Tür geklopft, um uns mitzuteilen, dass es der falsche Wein war.

Liam:...

Alba:Er hatte recht.

Liam:„Das klingt sehr nach Jonas.

Alba:Ja. Ich glaube, ich mag ihn inzwischen wirklich.

Alba:Auf eine sehr deutsche, sehr komplizierte Art.

Liam:Das ist vielleicht die tiefste Form der Zuneigung, die es gibt.

Alba:¡Ay, Liam! Gute Nacht.

Liam:Gute Nacht, Alba.

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