Kölsche Kulinarik
Köln mutfağı
Jasmin, Alba'yı Köln mutfağıyla tanıştırmak için onu yerel lezzetler olan Halver Hahn, Himmel un Äd ve Rievkooche'ye götürür. Alba hem favori yemeğini keşfeder hem de Jasmin'in şehri anlamasına ne kadar yardımcı olduğunu fark eder.

Hikaye
Jasmin hat einen Plan.
Das ist nichts Ungewöhnliches – Jasmin hat immer einen Plan.
Aber dieser Plan ist besonderer Art: keine Kneipe, kein Karneval, keine Veranstaltung mit Eintrittskarte.
Jasmin möchte Alba Köln erklären.
Nicht die Sehenswürdigkeiten, nicht die Geschichte – sondern das Essen.
Du lebst seit fast zwei Jahren hier“, hat Jasmin am Donnerstag gesagt, mit dem Ton einer Frau, die gerade eine gravierende Unterlassung entdeckt hat.
„Und du hast noch nie einen richtigen Halven Hahn gegessen.
Was ist ein halber Hahn?
Jasmin hat sie angeschaut.
Dann tief Luft geholt.
Das erkläre ich dir am Samstag.
Mit Anschauungsmaterial.
Und so steht Alba an einem Samstagvormittag Anfang Juni vor dem Eingang zur Kölner Altstadt – Sonnenschein, Jasmins Tour-Modus aktiviert.
Station 1: Halver Hahn
Die erste Station ist eine traditionelle Kölner Wirtschaft in einer engen Altstadtgasse – niedrige Decken, Holztische, ein Wirt, der die Gäste beim Vornamen kennt.
Jasmin bestellt für beide: „Zweimal Halver Hahn, bitte.
Der Wirt nickt und geht.
Alba schaut Jasmin an.
Alba:Also – ein halber Hahn.
Alba:Das ist... die Hälfte eines Huhns?
Jasmin:(lächelt) Warte.
Was kommt, ist: ein Roggenbrötchen, halbiert, mit einer dicken Scheibe mittelaltem Gouda und Butter.
Kein Huhn. Nirgends.
Alba:(schaut auf den Teller) Das ist kein Hahn.
Jasmin:Nein.
Alba:Das ist ein Brötchen mit Käse.
Jasmin:Das ist ein Halver Hahn.
Alba:Warum heißt ein Brötchen mit Käse Halver Hahn?
Jasmin:(lehnt sich zurück mit dem Gesicht einer Frau, die diese Frage schon hundert Mal gehört hat und sie trotzdem liebt) Dafür gibt es verschiedene Theorien.
Jasmin:Eine sagt, es kommt vom kölschen Wort für Roggen.
Jasmin:Eine andere sagt, es war früher ein Witz zwischen Wirten.
Jasmin:Die dritte Theorie: keine Ahnung, es heißt einfach so.
Alba:Das ist die deutscheste Antwort, die ich je gehört habe.
Jasmin:Iss erst mal.
Alba isst. Der Gouda ist würzig, das Brötchen kräftig, die Butter großzügig.
Sie isst den ganzen Teller leer und sagt dann:
Alba:Das ist sehr gut.
Jasmin:Ich weiß.
Alba:Aber es ist kein Hahn.
Jasmin:Nein. Aber es ist Köln.
Station 2: Himmel un Äd
Die zweite Station liegt fünf Minuten weiter.
Jasmin bestellt: „Zweimal Himmel un Äd.
Alba:Himmel und Erde – ich erkenne das Kölsche.
Jasmin:Sehr gut. Himmel: Äpfel.
Jasmin:Äd: Erde, also Kartoffeln.
Jasmin:Dazu Blutwurst und gebratene Zwiebeln.
Alba:Blutwurst.
Jasmin:Blutwurst.
Alba:Ich esse das.
Jasmin:Du isst das.
Es kommt: Kartoffelpüree und Apfelmus vermischt – cremig, leicht süß-säuerlich –, daneben gebratene Blutwurstscheiben und ein Berg karamellisierter Zwiebeln.
Alba schaut auf den Teller, wägt zwischen Skepsis und Neugier.
Dann: Püree, Blutwurst, Zwiebeln – alles auf einmal.
Sie kaut. Sie schluckt.
Alba:...das ist überraschend gut.
Jasmin:(nickt) Das sagen alle.
Alba:Der Kontrast – das Süßliche vom Apfel gegen die Blutwurst – das sollte nicht funktionieren, und dann funktioniert es doch.
Jasmin:Das ist Kölsche Küche.
Jasmin:Es sollte nicht funktionieren, und dann tut es das.
Alba:Das gilt auch für einiges andere in Köln.
Jasmin:Zum Beispiel?
Alba:Dass man im November ein Flamencokostüm kauft und damit im Februar durch die Straßen läuft.
Alba:Das sollte auch nicht funktionieren.
Jasmin lacht.
Station 3: Rievkooche am Marktstand
Die letzte Station ist kein Restaurant – sondern ein Stand auf dem Wochenmarkt am Alter Markt.
Eine ältere Frau, eine große Pfanne, der Geruch von heißem Fett und Kartoffeln, der schon von Weitem kommt.
Jasmin:Rievkooche. Kölsche Kartoffelpuffer.
Jasmin:Das ist das Beste.
Sie warten in einer kurzen Schlange.
Die Frau am Stand dreht die goldbraunen Puffer mit einer Routine, die dreißig Jahre Übung verrät.
Als sie zwei auf Papier wickelt und reicht, sind sie noch heiß – außen knusprig, innen weich, mit Apfelmus dazu.
Alba beißt hinein.
Und hält inne.
Das ist etwas anderes.
Das ist nicht die Überraschung des Halven Hahns oder der kluge Kontrast des Himmel un Äd.
Das ist einfach gut – unkompliziert, direkt, das Essen, das jemand macht, der seit dreißig Jahren genau weiß, wie es geht und keinen Grund sieht, daran etwas zu ändern.
Alba:(leise) Oh.
Jasmin:(schaut sie an) Ja?
Alba:Das ist das Beste von allem.
Jasmin:Ich weiß. Ich sage es immer zuletzt, weil sonst nichts mehr drankommt.
Sie stehen am Rand des Marktes, essen ihre Rievkooche, schauen auf den Alter Markt.
Die Sonne steht hoch, die Stände sind bunt, irgendwo spielt jemand Gitarre.
Köln an einem Samstag im Juni.
Alba:Jasmin.
Jasmin:Ja?
Alba:Danke. Nicht nur für heute.
Alba:Für alles. Du warst die erste Person, die mir Köln wirklich erklärt hat.
Jasmin schaut sie kurz an.
Dann nickt sie einmal – kurz, echt, ohne viel Aufhebens.
Jasmin:Du hast gut zugehört.
Sie essen die Rievkooche auf.
Die Frau am Stand wickelt schon die nächsten ein.
Das Marktleben geht weiter.
Am Nachmittag, auf dem Heimweg, ruft Alba Liam an.
Liam:Alba! Wie war der Tag mit Jasmin?
Alba:Ich habe heute einen Halven Hahn gegessen, Himmel un Äd und Rievkooche.
Eine kurze Pause.
Liam:Ich habe von diesen Wörtern keines verstanden.
Alba:(lacht) Das ist kölscher Dialekt.
Alba:Also: Halver Hahn ist ein Roggenbrötchen mit Käse – kein Huhn, auch wenn es so heißt.
Alba:Himmel un Äd ist Kartoffelpüree mit Apfelmus und Blutwurst.
Alba:Und Rievkooche sind Kartoffelpuffer.
Liam:Kartoffelpuffer kenne ich.
Alba:Aber nicht diese.
Alba:Diese werden von einer Frau gemacht, die seit dreißig Jahren genau weiß, wie es geht.
Liam:(kurze Pause) Das ist ein Satz, der für viele Dinge gilt.
Alba:Stimmt. (Pause) Rate mal, was am besten war.
Liam:Das fragst du mich?
Alba:Ich teste, ob du zugehört hast.
Liam:Die Rievkooche.
Liam:Du hast beim Erzählen eine andere Stimme bekommen.
Alba:(überrascht) Wirklich?
Liam:Eine ruhigere. Wenn dir etwas wirklich gut schmeckt, wirst du leiser.
Eine kurze Stille.
Alba:Das wusste ich nicht von mir.
Liam:Man lernt Dinge über sich selbst, wenn man zwei Jahre lang mit jemandem telefoniert.
Alba:Das stimmt. (Pause) Liam, wenn du nach Köln kommst – ich nehme dich zum Rievkooche-Stand mit.
Alba:Das ist Pflicht.
Liam:Das ist—
Alba:Das ist wirklich Pflicht.
Alba:Das ist kein Wunsch.
Alba:Das ist Pflicht.
Liam:(lacht) Dann ist es Pflicht.
Alba:Gut. Gute Nacht, Liam.
Liam:Gute Nacht, Alba.
Liam:Und – grüß Jasmin.
Alba:Das tue ich.
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