Liam fährt nach Köln (2/2)
Liam viaja a Colonia (2/2)
Alba lleva a Liam a un recorrido por Colonia, donde él experimenta la cultura local del Kölsch y compara la ciudad con Múnich. Ambos reafirman su decisión de vivir en Alemania y planean una futura visita de Alba a Múnich.

Historia
Am nächsten Morgen scheint die Sonne – tatsächlich, an einem Dezembertag in Köln.
Alba hat Liam auf der Ausziehcouch im Wohnzimmer schlafen lassen, sehr zum Missfallen von Jonas, der beim Frühstück zweimal auf die Hausordnung hingewiesen hat.
*Besucher dürfen maximal drei Nächte bleiben.* Liam hat höflich genickt und sich entschuldigt.
Jonas hat seine Meinung nicht geändert, aber immerhin Kaffee angeboten.
Jetzt stehen Alba und Liam an der Rheinpromenade.
Der Fluss ist breit und grau, die Luft ist kalt und klar, und der Dom ragt hinter ihnen in den Himmel.
Liam hat seinen Schal dreimal umgewickelt.
Alba trinkt einen Kaffee aus einem Pappbecher und schaut zufrieden auf das Wasser.
Alba:Na?
Alba:Wie war die erste Nacht in Köln?
Liam:Die Couch war etwas kurz.
Liam:Aber der Blick aus dem Fenster war schön.
Alba:Das ist Köln.
Alba:Man nimmt das eine mit dem anderen.
Sie schlendern durch die Altstadt.
Alba spielt Stadtführerin – mit wechselndem Erfolg.
Alba:Das hier ist der Alte Markt.
Alba:Hier ist immer was los – Karneval, Weihnachtsmarkt, Konzerte...
Liam:Und dieser Brunnen?
Alba:Den Brunnen...
Alba:den kenne ich ehrlich gesagt auch nicht so gut.
Alba:Aber er sieht historisch aus.
Liam:Das ist keine sehr professionelle Stadtführung.
Alba:Ich bin Grafikdesignerin, kein Reiseführer.
Alba:¡Vamos!
Sie biegen in eine schmale Gasse ein und Alba bleibt vor einer Brauerei stehen.
Alba:Und jetzt das Wichtigste: du musst echtes Kölsch trinken.
Alba:Nicht aus der Flasche – vom Fass.
Liam:Es ist elf Uhr morgens.
Alba:Es ist Köln.
Drinnen ist es warm und laut.
Ein Kellner – ein Köbes, wie Alba ihn nennt – kommt mit einem Tablett voller kleiner Gläser auf sie zu.
Köbes:*(stellt zwei Gläser hin, ohne zu fragen)* „Zweimal Kölsch.
Liam:Oh – wir haben noch nicht bestellt.
Köbes:*(bereits im Weitergehen)* „Ihr seid in einer Kölsch-Brauerei.
Köbes:Was wollt ihr denn sonst?
Liam schaut Alba an.
Alba zuckt mit den Schultern.
Alba:So funktioniert das hier.
Alba:Du bekommst immer wieder ein neues Glas, bis du deinen Bierdeckel auf das Glas legst.
Alba:Das ist das Zeichen, dass du fertig bist.
Liam:Das ist...
Liam:ein sehr effizientes System.
Alba:Und der Köbes duzt dich.
Alba:Das muss ich dir nicht extra sagen, oder?
Liam:Nein, das merke ich gerade selbst.
Sie trinken.
Das Kölsch ist hell und leicht, ganz anders als das bayerische Bier.
Liam:Das ist...
Liam:gut.
Liam:Überraschend gut.
Alba:Sag das nicht zu laut.
Alba:Sonst müssen wir das bei deinem nächsten Besuch in München bereuen.
Liam:Ich werde es als kleines Geheimnis behalten.
Nach der Brauerei zeigt Alba ihm noch das Büdchen an ihrer Ecke.
Günter ist da, nickt Liam freundlich zu und sagt: „Der Engländer, der dich besucht, ja?" – und schaut dabei Alba an.
Günter:Der Engländer, der dich besucht, ja?
Alba:Woher weißt du das?
Günter:Priya hat es mir gestern erzählt.
Günter:*(lacht)* „Ich hab doch gesagt – besser als jede Zeitung.
Liam:Liam lacht.
Liam:Er versteht jetzt, was Alba gemeint hat.
Am Nachmittag sitzen sie auf einer Bank am Rhein.
Die Sonne steht schon tief, aber es ist noch hell genug, um den Fluss glitzern zu sehen.
Liam:Weißt du, was mich am meisten überrascht?
Alba:Der Dom?
Liam:Nein.
Liam:Na ja, auch.
Liam:Aber vor allem...
Liam:wie anders Köln ist als München.
Liam:Nicht schlechter.
Liam:Nur anders.
Alba:Inwiefern?
Liam:In München fühlt sich alles sehr...
Liam:geordnet an.
Liam:Hier fühlt es sich lebendiger an.
Liam:Lauter.
Liam:Offener.
Alba:Das ist der Rhein.
Alba:Der macht die Menschen anders.
Liam:Der Fluss?
Alba:¡Claro! Flüsse machen Städte offen.
Alba:Sevilla hat den Guadalquivir, Köln hat den Rhein.
Alba:München hat die Isar – aber die ist eher ein Bach." *(grinst)*
Liam:Das darfst du den Münchnern gegenüber besser nicht sagen.
Alba:Dann sage ich es nur dir.
Am Abend sitzen sie bei Alba im Zimmer, jeder mit einem Glas Wein, und die Stimmung ist ruhig und warm.
Draußen ist es dunkel und kalt, aber das Zimmer leuchtet im Schein der kleinen Lampe auf Albas Schreibtisch.
Liam:Danke.
Liam:Für das Wochenende.
Alba:Du hast noch gar nichts gesehen.
Alba:Morgen gehen wir zum Weihnachtsmarkt.
Liam:Ich meine...
Liam:danke, dass du mich eingeladen hast.
Liam:Es war gut, endlich hier zu sein.
Alba:Ja." *(kurze Pause)* „Liam, darf ich dich etwas fragen?
Liam:Natürlich.
Alba:Bereust du es?
Alba:Deutschland, meine ich.
Alba:Das alles hier.
Liam denkt einen Moment nach.
Liam:Nein.
Liam:Manchmal ist es schwer – die Sprache, die Regeln, das Wetter.
Liam:Aber nein.
Liam:Ich bereue es nicht." *(kurze Pause)* „Du?
Alba:Manchmal.
Alba:An grauen Novembertagen, wenn ich an Sevilla denke.
Alba:Aber dann kommt so ein Tag wie heute – und dann nein.
Alba:Dann auch nicht.
Sie schweigen kurz.
Draußen zieht eine Straßenbahn vorbei.
Liam:Alba, ich glaube, wir haben beide das Richtige gemacht.
Alba:Ich glaube, du hast recht." *(lacht)* „Aber frag mich nochmal im Januar.
Alba:Wenn es hier wirklich kalt wird.
Liam:Deal." *(kurze Pause)* „Und Alba – du musst auch mal nach München kommen.
Liam:Ich zeige dir dann den Englischen Garten, einen richtigen Biergarten...
Liam:und vielleicht sogar das Oktoberfest.
Alba:Das Oktoberfest?!
Alba:Ich dachte, du findest das zu touristisch?
Liam:Ein alter Bayer hat mir erklärt, dass das nur Leute sagen, die noch nicht dort waren.
Alba:*(lacht)* „Abgemacht.
Alba:München kommt als nächstes.
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