Beim Arzt
En el médico
Liam, resfriado y sin experiencia con el sistema de salud alemán, visita a un médico de cabecera por consejo de su colega. Se sorprende de lo sencillo que resulta el proceso, recibe una receta para su resfriado y luego discute los fundamentos del sistema médico alemán con Alba.

Historia
Es ist Mitte November, und München hat beschlossen, den Herbst ernst zu nehmen.
Der Himmel ist grau, die Temperaturen sind über Nacht gefallen, und Liam hat seit drei Tagen eine Erkältung.
Nicht schlimm genug, um im Bett zu bleiben – aber schlimm genug, um bei jedem Schritt zu merken, dass etwas nicht stimmt.
In England wäre er einfach zur Apotheke gegangen, hätte sich ein paar Tabletten gekauft und weitergemacht.
Aber seine Kollegin Sandra hat ihn heute Morgen mit einem Blick angeschaut, der keine Widerrede duldete.
Sandra:Liam, du gehst zum Arzt.
Sandra:Du hast eine Krankenkasse – benutze sie.
Liam hat noch nie in Deutschland einen Arzt aufgesucht.
Er weiß nicht einmal, wie das hier funktioniert.
Aber Sandra hat ihm den Namen eines Hausarztes in der Nähe gegeben, und so steht er jetzt vor einer Praxis in Schwabing, die Krankenkassenkarte fest in der Hand.
Die Praxis ist klein, aber ordentlich.
Liam tritt ein und geht zur Anmeldung.
Hinter dem Tresen sitzt die Sprechstundenhilfe und schaut ihn erwartungsvoll an.
Sprechstundenhilfe:Haben Sie einen Termin?
Liam:Nein, leider nicht.
Liam:Ich...
Liam:meine Kollegin hat gesagt, ich kann einfach vorbeikommen?
Sprechstundenhilfe:*(nickt)* „Ja, wir haben noch Sprechstunde bis zwölf.
Sprechstundenhilfe:Haben Sie Ihre Versichertenkarte dabei?
Liam:Ja, hier." *(reicht die Karte)* „Die...
Liam:Krankenkassenkarte, richtig?
Sprechstundenhilfe:Genau.
Sprechstundenhilfe:Und was fehlt Ihnen?
Liam:Ich habe eine Erkältung.
Liam:Seit drei Tagen.
Liam:Halsschmerzen, ein bisschen Fieber, Schnupfen.
Sprechstundenhilfe:Gut.
Sprechstundenhilfe:Nehmen Sie bitte im Wartezimmer Platz, der Doktor kommt gleich.
Im Wartezimmer sitzen vier Menschen – zwei lesen Zeitschriften, eine ältere Dame strickt, ein Kind spielt leise mit einem Spielzeugauto.
Liam setzt sich und schaut auf sein Handy.
Die ältere Dame schaut kurz von ihrem Strickzeug auf und lächelt ihm zu.
Liam lächelt zurück.
*Okay.
Das war einfacher als erwartet.*
Zwanzig Minuten später wird er aufgerufen.
Dr.
Meindl ist ein ruhiger Mann Mitte fünfzig mit einer angenehmen Art.
Er schaut Liam über den Rand seiner Brille an.
Dr. Meindl:Guten Tag.
Dr. Meindl:Was kann ich für Sie tun?
Liam:Guten Tag.
Liam:Ich habe seit ein paar Tagen eine Erkältung.
Liam:Halsschmerzen und Fieber – aber nicht sehr hoch.
Liam:Ungefähr achtunddreißig Grad.
Dr. Meindl:Haben Sie Husten?
Liam:Ein bisschen, ja.
Dr. Meindl:Gut, schauen wir mal." Er untersucht Liam kurz – Hals, Ohren, Lunge – und nickt dabei leise vor sich hin.
Dr. Meindl:Eine klassische Herbsterkältung.
Dr. Meindl:Nichts Ernstes.
Dr. Meindl:Ich schreibe Ihnen ein Rezept für ein Nasenspray und Halstabletten.
Liam:Oh – danke.
Liam:Brauche ich keine Antibiotika?
Dr. Meindl:Nein, das ist ein Virus.
Dr. Meindl:Antibiotika helfen da nicht.
Dr. Meindl:Viel trinken, schlafen, frische Luft." *(lächelt)* „Und vielleicht weniger Tee, mehr Ingwerbrühe.
Liam:Woher wissen Sie, dass ich Tee trinke?
Dr. Meindl:Sie sind Engländer, oder?
Liam lacht zum ersten Mal seit drei Tagen.
Mit dem Rezept in der Hand verlässt er die Praxis.
Draußen schaut er auf das Papier.
Es steht alles drauf – Medikamentenname, Dosierung, Apotheke.
Klar und ordentlich.
*Eigentlich ganz unkompliziert*, denkt er.
*Wenn man weiß, wie es geht.*
Am Abend, eine Wolldecke um die Schultern und einen Becher Ingwerbrühe in der Hand – Dr.
Meindls Rat nimmt er ernst –, ruft Liam Alba an.
Alba:Liam!
Alba:Wie geht es dir?
Alba:Du hast mir heute Morgen geschrieben, dass du krank bist – und dann nichts mehr!
Liam:Sorry, der Arzttermin hat länger gedauert als erwartet.
Liam:Aber es geht mir besser.
Alba:Gut!
Alba:Und – wie war das?
Alba:Beim deutschen Arzt?
Liam:Ehrlich gesagt einfacher als erwartet.
Liam:Dr.
Liam:Meindl war sehr kompetent.
Liam:Und er hat meinen Teekonsum kommentiert.
Alba:Ein Arzt mit Humor – gut.
Alba:Aber wie läuft das hier eigentlich?
Alba:Ich habe noch keinen Arzt aufgesucht und weiß nicht genau, wie das System funktioniert.
Liam:Man braucht eine Krankenkassenkarte – die bekommt man von seiner Krankenkasse.
Liam:Und dann kann man einfach in die Sprechstunde gehen.
Liam:Ohne Termin, zumindest beim Hausarzt.
Alba:Und was ist der Unterschied zwischen Hausarzt und Facharzt?
Liam:Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner – für alles Normale.
Liam:Wenn man zum Spezialisten muss, zum Beispiel zum Hautarzt oder Orthopäden, braucht man meistens eine Überweisung vom Hausarzt.
Alba:Eine Überweisung.
Alba:Das klingt sehr...
Alba:bürokratisch.
Liam:Es ist Deutschland, Alba.
Alba:*(lacht)* „Stimmt.
Alba:Hast du denn auch ein Rezept bekommen?
Liam:Ja.
Liam:Nasenspray und Halstabletten.
Liam:Keine Antibiotika – das war mir neu.
Liam:In England bekommt man die manchmal einfach so.
Alba:Aquí también. Ich meine – in Spanien auch.
Alba:Meine Großmutter hat immer gesagt: Antibiotika sind die Lösung für alles.
Alba:Aber das stimmt wohl nicht.
Liam:Offenbar nicht.
Liam:Dr.
Liam:Meindl war da sehr klar." *(kurze Pause, hustet leicht)* „Wie geht es dir eigentlich?
Liam:Kein Heimweh mehr nach dem letzten Mal?
Alba:Doch, manchmal.
Alba:Aber heute war ein guter Tag.
Alba:Jasmin und ich waren nach der Arbeit noch kurz an der Rheinpromenade.
Alba:Das hilft immer.
Liam:Gut.
Liam:Pass auf dich auf – ich will nicht, dass du auch krank wirst.
Alba:¡Ay, qué dulce! Mach dir keine Sorgen.
Alba:Ich bin Spanierin – wir haben ein starkes Immunsystem.
Liam:Das glaube ich dir sofort.
Test de comprensión
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